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Backpacking: Die gefährlichsten Länder für alleinreisende Frauen

Während wir heute schnell in die entferntesten Winkel zu den wunderschönsten Naturdenkmälern reisen können, lauern doch noch überall Gefahren wie im Mittelalter. Insbesondere aus den ärmeren Ländern der dritten Welt hört man immer wieder von schrecklichen Schicksalen, die nur Frauen widerfahren. Gerade in diesen Gegenden sind nicht nur Einheimische betroffen, immer wieder sind auch unachtsame Reisende Ziel von Kriminalität und Gewalt.

Hier sind die gefährlichsten Länder, in denen sich Frauen lieber acht nehmen sollten. Aktuelle Reise- und Sicherheitshinweise bekommt ihr bei den zuständigen Auslandsvertretungen: https://www.auswaertiges-amt.de/ReiseUndSicherheit.

1Saudi Arabien

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Saudi-arabische Frauen machten in den letzten Jahren Schlagzeilen, weil sie den Mut aufbrachten, gegen das weibliche Fahrverbot der konservativen Nation zu protestieren. Berichten zufolge hat das einige der besten Kleriker des Landes dazu gebracht, darüber nachzudenken, das Verbot aufzuheben.

Viele Frauen würden wahrscheinlich  das Königreich nicht besuchen, wenn sie nicht einmal ein Auto benutzen dürfen. Deshalb kündigte der neue saudische Prinz eine schrittweise Rücknahme des Verbots an. Das ist schon als sehr, sehr fortschrittlich anzusehen. Trotzdem kann sich eine Frau in Saudi-Arabien kaum allein in der Öffentlichkeit bewegen. Ohne männliche Begleitung solltest du vielleicht eine anderes Reiseziel als  den Nahen Osten wählen.

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2Brasilien


Es mag seltsam erscheinen, Brasilien als eines der schlechtesten Reiseziele der Welt zu betrachten, zu dem Frauen reisen können – vor ein paar Jahren hatte das Land eine Präsidentin, ganz zu schweigen von der Tatsache, wie sehr die Welt Brasilien mit den schönen Bikini-Frauen assoziiert.

Leider hat die brasilianische Macho-Kultur (und einige andere Faktoren) zu einem unverhältnismäßig hohen Anteil endemischer Gewalt dieses Landes bei Frauen geführt. Diese Gewalttätigkeit erstreckt sich nur gelegentlich auf Touristen, hauptsächlich sind brasilianische farbige Frauen betroffen, die im System des Landes bereits schon benachteiligt sind.

3Bahamas

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Wer hätte das gedacht? Die Bahamas locken mit traumhaften Stränden jedes Jahr tausende Urlauber hauptsächlich aus Nordamerika an. Wenn wir an die idyllischen Korallenriffe denken, malt sich in unserer Fantasie ein Bild von sorgenlosem Leben und Entspannung.

Doch der Wirtschaft des Landes geht es seit Jahren schlecht. Der Inselstaat ist extrem von Investitionen aus dem Ausland abhängig und leidet chronisch unter einem Handelsdefizit. Die Rating-Agentur Moody’s hat schon vor Jahren die Bonität der Inselgruppe vor der Küste Floridas auf spekulativ gesenkt.

Die Folgen sind hohe Arbeitslosigkeits- und Kriminalitätsraten. Vor allem die hohe Gewalt gegen Frauen und Kinder ist erschreckend. In New Providence, Nassau und Paradise Island hat eine kriminelle Bedrohung durch bewaffnete Raubüberfälle und sexuelle Übergriffe enorm zugenommen.

Laut einem Bericht der Vereinten Nationen haben die Bahamas die höchste Rate sexueller Übergriffe in der Karibik. Die US-Botschaft hat mehrere Berichte erhalten, wonach Touristen in den Innenstädten von Nassau am helllichten Tage mit vorgehaltener Waffe oder Messern ausgeraubt worden seien.

4Indien

Obwohl Indien mit den erstaunlichsten Reiseschätzen der Welt prahlen kann, gab es in den letzten Jahren doch eher negative Presseberichte aus dem Land. Hauptsächlich ist das auf eine Reihe von Touristenvergewaltigungen zurückzuführen. Einheimischen Frauen, vor allem in Städten wie Mumbai und Delhi, deren Metro seit ihrer Eröffnung im Jahr 2010 wegen ihrer Sicherheit für weibliche Fahrer kritisiert wurde, ergeht es in der Regel nicht besser.

Der derzeitige Premierminister Indiens hat seit seiner Wahl im Jahr 2014 viele Kontroversen ausgelöst – am unmittelbarsten von den Touristen betroffen war das Urteil, einen Teil der Landeswährung im Jahr 2016 für ungültig zu erklären. Leider hat die Regierung Modi nur vage Pläne formuliert, die das Thema Gewalt gegen Frauen in Indien behandeln.

5Kenia

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Im Allgemeinen müssen sich Touristen in Kenia vor Kleindiebstahl, Überfällen und Autojacking hüten. Frauen müssen jedoch aufgrund der sexuellen Gewalt in dem afrikanischen Land besonders wachsam sein.

Gewalt gegen Frauen ist noch immer ein großes Problem in der ostafrikanischen Nation, die auch als Safari-Reiseziel bekannt ist.

„Frauen in allen Altersstufen, Bildungsniveaus und sozialen Gruppen in ländlichen und städtischen Gebieten sind in Kenia Gewalt ausgesetzt“, heißt es in einem kürzlich erschienenen UN-Bericht zu diesem Thema.

6Marokko

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Eigentlich galt in den letzten Jahren Ägypten als das Reiseland mit den meisten negativen Presseberichten und somit als unsicheres Ziel für weibliche Reisende. Besonders im Zuge der Revolution von 2011 und der Vergewaltigung der Journalistin Lara Logan. Aber nicht nur im Land der Pharaonen haben Frauen – vor allem westliche Frauen – das große Problem, auf der Straße belästigt zu werden.

Da Marokko in den letzten Jahren immer beliebter wurde, häuften sich auch hier Fälle, in denen weibliche Reisende betroffen waren. Nicht ohne Grund dürfen unverheiratete Frauen in muslimischen Ländern wie Marokko in der Regel nicht ohne männlichen Vormund oder Verwandten durch die Straßen laufen und ganz bestimmt auch nicht die freizügige Kleidung wie Frauen aus Europa und Nordamerika tragen.

Auch wenn das keine Entschuldigung für sexuelle Übergriffe ist, sollten allein reisende Frauen, die nach Marokko reisen besonders vorsichtig sein und sich nicht in der Nähe von lokalen Männergruppen aufhalten.

Diese Artikel soll euch nicht vom Reisen abhalten, sondern das Auge schärfen für politische und kulturelle Hintergründe der Länder, in denen Ihr Urlaub macht. Nur so kann man die Vorgänge um sich herum verstehen, besonders wenn es brenzlich wird.

7Türkei

Die Türkei gehört zu den Ländern, die in den letzten Jahren erheblich von politischer Instabilität gekennzeichnet war.

In Touristengebieten gab es zahlreiche Angriffe auf ahnungslose Reisende, nur um Unruhe zu stiften. Einige Gegenden befinden sich nach politischen Unruhen immer noch im Ausnahmezustand. Hier dürfen Menschen ohne Begründung und Rechtsbeistand bis zu 10 Tage festgehalten werden. Ob Frauen in dieser Zeit türkischer Gefangenschaft auch nett behandelt werden, kann man nur erahnen.

Auch werden die Rechte von Frauen in der Türkei immer weiter abgebaut und die Fälle von Männergewalt steigen in erschreckendem Maße. Es gibt Hotels, die mit getrennten Stränden und Schwimmbecken für Frauen werben. Gefragt sind Restaurants, die separate Räume für Frauen freihalten. In einigen anatolischen Städten nahmen bereits Busse nur für Frauen den Betrieb auf.

Von all dem bekommen wir natürlich in unseren Luxushotels nicht viel mit …

8Peru

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Eigentlich können sich weibliche Touristen in Peru generell sicher fühlen, jedoch ziehen allein reisende Frauen auch hier viel Aufmerksamkeit auf sich.

Auch wenn die Einheimischen sehr freundlich sind, wurden in den letzten Jahren Fälle von Vergewaltigung an Touristinnen bekannt. Frauen sollten deshalb besonders vorsichtig sein und isolierte Bereiche vermeiden. Trampen ist auch eine schlechte Idee.

In engen Minibussen sind manchmal Grabscher unterwegs. Sollte das passieren, lasst es den Fahrer oder Ticketverkäufer wissen. Oft reicht es aber schon den Täter vor anderen Passagieren bloßzustellen und somit in die Flucht zu schlagen.

Auch solltet ihr nicht den sogenannten Bricheros auf den Leim gehen. Sie sprechen gezielt Amerikanerinnen und Europäerinnen an, um an ein Visum oder Ticket in die Vereinigten Staaten oder nach Europa kommen. Sie geben aber in der Regel schnell auf, sobald ihr euer Unbehagen ausdrückt. Falls ihr sie doch nicht abschütteln könnt, sprecht mit einem Sicherheitsbeamten oder rettet euch in einen belebten Laden oder Restaurant.

Auf jeden Fall solltet ihr auf euere Getränke aufpassen. Manchmal werden halluzinogene Pflanzen verwendet, um Touristen vor einem Raubüberfall oder Überfall besinnungslos zu machen. Lasst euer Getränk niemals unbeaufsichtigt und trinkt nichts, was du nicht selbst gekauft hast.

Wenn ihr einen Abstecher aus den Stadtgebieten in ländlichere Gegenden macht, kleidet euch etwas konservativer. Ein guter Trick ist, einen Ehering an der Hand zu tragen, um irgendwelche möglichen peruanischen Casanovas abzuschrecken.

9Jamaika

Jamaika ist unglaublich beliebt – vor allem bei jungen Touristen. Der ewige Sommer und warmes karibisches Meer machen Jamaika zu einem hochbegehrten Reiseziel.

Wer in den all inclusive Resorts verweilt kann sich ziemlich sicher fühlen, aber Ausflüge über diese Grenzen hinweg bedeuten, unerwünschte Aufmerksamkeit auf sich zu lenken.

In der Tat herrscht in einigen Gegenden Jamaikas, insbesondere in Städten wie Kingston, Montego Bay und Spanish Town ein hohes Maß an Kriminalität und Gewalt. Jamaika hat nach Schätzungen der Vereinten Nationen seit Jahren eine der höchsten Mordraten der Welt.

Und selbst wenn Sie in einem scheinbar sicheren Ort wohnen, seid vorsichtig: Es gab vermehrt Berichte über sexuelle Übergriffe gegen weibliche Besucher in Jamaikas in all-inclusive-Resorts, die meisten wurden angeblich von Hotel-Personal begangen.

10Mexiko

Wenn man die Zahl der Urlauber vergleicht, hat Mexiko mit 35 Millionen so viele Besucher wie Deutschland. Trotz Reisewarnungen wurden im Jahr 2016 230.000 deutsche Touristen gezählt, das waren 16,8 Prozent mehr als im Vorjahr.

Gemessen an der Menge der Touristen ist Prozentsatz der Verbrechen also niedrig, aber sie existieren immer noch.

In einigen Staaten gab es Warnungen, dass Touristen Opfer von Gewaltverbrechen wie Mord, Entführung, Autodiebstahl und Raubüberfall geworden sind. Aber auch an weniger gefährlichen Orten gab es kürzlich Beispiele für Verbrechen gegen Reisende.

Rucksack-Touristinnen, die allein durch Land strafen wollen, sollten beachten, dass die Kriminalitätsrate in in Mexiko sehr hoch ist. In der mittelamerikanischen Machokultur werden Frauen immer noch verachtet und diskriminiert. Es ist eine Kultur, in der seit 2006 8880 Frauen einfach verschwunden sind und in der jedes Jahr Tausende ermordet werden. 2016 waren es nach einem Bericht der Vereinten Nationen 2746.

Auch wird von zunehmender Brutalität gegen Frauen berichtet. Mitschuld sei eine korrupte Justiz, die nicht aufkläre, sondern verschleiere.

11Fazit

Dieser Artikel soll Euch nicht vom Reisen abhalten, sondern das Auge schärfen für politische und kulturelle Hintergründe der Länder, in denen Ihr Urlaub macht. Nur so kann man die Vorgänge um sich herum verstehen, besonders wenn es brenzlich wird.

Es kann nicht schaden, aktuelle Reise- und Sicherheitshinweise zu kennen. Informationen bekommt ihr bei den zuständigen Auslandsvertretungen oder im Internet unter https://www.auswaertiges-amt.de/ReiseUndSicherheit.

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