Schlachtensee und Fischerhütte – Ein Ausflug ins Grüne

Von Fridolin freudenfett (Peter Kuley)Eigenes Werk, CC BY-SA 3.0, Link

Der Schlachtensee ist einer der schönsten Seen Berlins. Nach einem Spaziergang am Wasser kann man in der Fischerhütte unter schattigen Bäumen den Ausblick und ein Glas Wein oder Bier geniessen.

Im Südwesten Berlins, im Bezirk Steglitz-Zehlendorf findet man einen der größten und schönsten Seen Berlins – den Schlachtensee. Sein Umfang beträgt 5,5 Kilometer, er hat eine Fläche von 412.000 qm und misst an seiner tiefsten Stelle fast neun Meter. Der schlauchförmige See bildet die südliche Spitze der Grunewaldseenkette, bestehend aus Nikolassee, Krumme Lanke, Grunewaldsee, Hundekehlesee, Dianasee, Koenigssee, Halensee und Lietzensee, die alle miteinander durch das sogenannte Fenn verbunden sind. Der Schlachtensee ist bei den Berlinern besonders als nahes Ausflugsziel beliebt – im Sommer dank seiner guten Wasserqualität als Badesee, im Winter auch schon mal als riesige Auslauffläche für Schlittschuhläufer und Eishockey-Spieler.

Schlachtensee – Paradies für Jogger und Spaziergänger

Da der fast sechs Kilometer lange durchgängige Uferweg besonders bei den Joggern sehr beliebt ist, sollte man sich nicht wundern, wenn es auf dem teilweise schmalen Weg gerade an den Wochenenden etwas eng werden könnte. Aber man kann dann auch gut auf die höher gelegenen Waldwege auf der nordwestlichen Seite ausweichen. Sehen und gesehen werden – Spaziergänger, Naturbeobachter, Hundeausführer, Radfahrer und Sportbegeisterte teilen sich dann mit gewohnter Berliner Gelassenheit einen der schönsten See-Rundwege der Stadt.

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Gute Verbindung mit der Innenstadt durch die S-Bahn

Der See ist von drei Seiten sehr gut mit Öffentlichen Verkehrsmitteln erreichbar: vom Süd-Osten her grenzt direkt der S-Bahnhof Schlachtensee mit dem „Paul-Ernst-Park“ an das Areal, ein steiler Hang führt zum See hinunter, im Sommer eine sehr beliebte Liegewiese und Badestelle. Wo sonst kann man quasi von der S-Bahn direkt ins Wasser laufen?! Läuft man weiter linkerhand gelangt man nach kurzer Strecke an einen Bootsverleih, der im Sommer stundenweise Ruderboote verleiht. Falls man an der Süd-Spitze schon den See verlassen möchte, geht man „An der Rehwiese“ entlang und rechts in die Normannenstraße direkt zum S-Bahnhof Nikolassee, die schnellste Verbindung zurück in die Innenstadt.

Schlachtensee auch ein Paradies für Wasservögel und Welse

Doch ein weiterer Spaziergang entlang des Sees auf der Westseite lohnt sich, besonders wenn gegen Abend die Sonne langsam den gesamten See in rot-goldenes Licht taucht. Neben zahlreichen Fischarten wird der See auch von zahlreichen Wasservögeln bewohnt, die man sehr gut beobachten kann, da viele Uferabschnitte als Naturschutzgebiete ausgewiesen sind. Apropos Tiere: Es hält sich hartnäckig das Berliner Gerücht, dass es im See wohl die ältesten und größten Welse geben soll, die wohl auch schon die eine oder andere Ente vom Uferrand geholt haben. Sogar ein Dackel soll schon daran geglaubt haben. Einzelne wirklich sehr große Wels-Exemplare wurden sogar gefischt. Nun gut – einen besonderen magischen Charme kann man dem See tatsächlich nicht absprechen.

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Lohnender Abschluss – ein Besuch in der Fischerhütte

Die nordwestliche Uferseite verjüngt sich nach circa drei Kilometern zum schmalen Nordufer. Hier kann man direkt über die Fischerhüttenstraße hinunter zum U-Bahnhof Krumme Lanke laufen. Wenn man sich für den Spaziergang jedoch „belohnen“ möchte, sollte man unbedingt vorher einen Halt in der ehemaligen Alten Fischerhütte machen, die seit 2005 mit dem Betreiber Josef Laggner als „Fischerhütte am Schlachtensee“ mit Restaurant, Weinhandlung, Sonnenterasse und Biergarten direkt am See solide, gute, saisonale, alpenländische und bayerische Küche in urigem Ambiente bietet.

Der Alte Fritz machte hier schon Halt

Die Fischerhütte wurde um das Jahr 1760 herum errichtet – als Unterkunft und Hütte für die Fischer am See. Friedrich der Große legte hier des Öfteren einen Zwischenstopp auf seinen Kutschfahrten zwischen Potsdam und Berlin ein, um sich im Rasthaus zu stärken. Die Fischerhütte besteht im Detail aus der denkmalgeschützten alten Fischerhütte, einer sehr gut sortierten Weinhandlung, einer Bar mit Kamin, einer Sonnenterasse, einem Biergarten und dem Festsaal. Erweitert wurde das Areal um einen Kinderspielplatz und einen kleinen Privatstrand. Schon am Vormittag ab 9.00 Uhr kann man sich z. B. bei schönem Wetter nach bayerischer Art mit einer riesigen Brezel, Weißwurst und Weißbier im Biergarten stärken oder lieber zu Apfelschorle und Joghurt mit Müsli greifen. Ein Tipp sind die reichhaltigen Tagessuppen und der selbstgebackene Kuchen.

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Wiener Schnitzel und Kaiserschmarrn

Im Restaurant, das ebenfalls eine wunderschöne Terrasse zum See besitzt, gibt es ab 10 Uhr ein reichhaltiges Frühstück in vielen Varianten, zum Mittag gern den Klassiker Wiener Schnitzel, Kaiserschmarrn oder Regionales vom Fisch und Fleisch und Gemüse aus der Umgebung. Der Festsaal in der obersten Etage ist ein beliebter Ort für Hochzeiten und andere Familienfeiern. Ebenso beliebt ist der sonntägliche Brunch im Restaurant ab 10 Uhr für circa 30 Euro pro Person. Zu den Highlights des Jahres gehören der Osterbrunch, das Oktoberfest und der große Weihnachtsbrunch. Gut gestärkt läuft man weiter rechterhand um den See bis zum Ausgangspunkt S-Bahnhof Schlachtensee oder man verlässt hier das Areal und überquert direkt die Fischerhüttenstraße und umrundet auch gleich noch die sich anschließende Krumme Lanke mit etwa zwei Kilometer Umfang.

  • Schlachtensee, Zehlendorf, 14129 Berlin
  • Telefon: 030 / 80 49 83 10
  • www.fischerhuette-berlin.de
  • Öffnungszeiten: Biergarten tgl. ab 9 Uhr, Restaurant tgl. ab 10 Uhr
  • Sonntag Brunch 10-14 Uhr

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