Nissan Juke Foto: Nissan/Christian Colmenero Martín
Nissan Juke Foto: Nissan/Christian Colmenero Martín

Nissan Juke N-Connecta: Fahrbericht

Die erste Generation vom japanischen Crossover Nissan Juke polarisierte mit seinem Karosseriedesign. Nummer zwei ist deutlich geglättet worden und bietet jetzt für Passagiere und Gepäck mehr Platz. Es gibt den Nissan Juke nur noch mit einer Motorisierung. Zum Test stand der Japaner in der N-Connecta-Ausstattung und mit 7-Gang-Doppelkupplungsgetriebe zur Verfügung.

❏ Karosserie – Nissan Juke

Nach 10 Jahren Bauzeit und 1,5 Millionen verkauften Exemplaren der ersten Generation bietet Nissan seit Januar 2020 die Neuauflage des Nissan Juke auf dem deutschen Markt an. Die Renault-Nissan Kooperation verschlankte auf Basis der CMF-B-Plattform die Motorenpalette auf eine Variante und verzichtet zukünftig auf den Allradantrieb.

Nissan Juke Foto: Nissan/Christian Colmenero Martín
Nummer zwei wurde außen deutlich geglättet       Foto: Nissan/Christian Colmenero Martín

Im Segment der Crossover SUV ist diese Entscheidung nachvollziehbar, denn bei 100 % Asphaltuntergrund in den Nutzungsgebieten, ist der Allradantrieb ohnehin überflüssig.

Optisch beschleunigt der Juke auch weiterhin die individuelle Meinungsbildung. Entweder man liebt oder hasst ihn. Die Front ist weiterhin in oben liegende Tagfahrlichter und darunter positionierte LED-Scheinwerfer (Serie) aufgeteilt, wobei der Auftritt inzwischen stimmiger wirkt.

Nissan Juke Foto: Nissan
Der Nissan Juke ist jetzt 4,21 Meter lang       Foto: Nissan/Christian Colmenero Martín

In der Seitenlinie bleibt sich der Juke mit einer abfallenden Dachlinie treu und die hinteren Türgriffe sind weiterhin in die C-Säule integriert. Was auffiel: Die Dimensionen zum Vorgänger haben deutlich zugelegt. Ein Zuwachs von 75 Millimetern in der Länge auf 4,21 Meter und 35 Millimetern in der Breite auf 1,80 Meter lassen die aktuelle Generation erwachsener und satter wirken.

❏ Innen

Im Innenraum lassen die Japaner den Juke in dreierlei Hinsicht Erwachsen werden. Zum ersten wächst der Radstand um 110 Millimeter auf 2,64 Meter und bietet dadurch den Insassen auf beiden Sitzreihen ordentlich Platz – auch für Menschen jenseits der 1,75 Meter Körpergröße ist eine Fahrt auf der Rückbank keine Tortur mehr.

Nissan Juke Foto: Nissan
Die Materialien sind im Nissan Juke jetzt wertiger geworden           Foto: Nissan

Der Kofferraum wächst von 354 Liter auf 422 Liter und lässt die Wahl zwischen einem ebenen Ladeboden und maximalem Platzangebot. Sind die geteilten Rücklehen umgelegt, erhöht sich das Ladevolumen auf 1.305 Liter.

Nissan Juke Foto: Nissan
422 Liter passen in den Kofferraum vom Nissan Juke         Foto: Nissan

Zuletzt sind die Kunststoffoberflächen deutlich wertiger, der Innenraum sauber verarbeitet und die Anzeigen sowie der Navigationsbildschirm blickgünstig positioniert. Die hohe Sitzposition, einer der Hauptgründe für die Beliebtheit dieses Fahrzeugsegmentes wurde ebenfalls aus dem Vorgänger übernommen.

Auf der Testfahrt von Frankfurt am Main nach Hamburg boten die Sitze einen angenehmen Langstreckenkomfort – lediglich deren Einstellung verlangt etwas Fingerfertigkeit.

❏ Ausstattung & Assistenzsysteme

Ab der zweiten Ausstattungsvariante „Acenta“ ist beim Juke das 8‘‘-Farbdisplay mit Touchscreen und „Nissan Connect“ in Serie verbaut, wobei die TomTom® Navigation einen Aufpreis von 380 Euro kostet.

Apple Carplay oder Android Auto können ebenfalls verwendet werden, so dass die TomTom® Freischaltung lieber in andere Extras investiert werden kann. So zum Beispiel in das ProPILOT Paket für 1.160 Euro.

Nissan Juke Foto: Nissan
Der Testwagen hatte ein 8-Zoll-Touchscreen serienmäßig an Bord          Foto: Nissana

Zu dem serienmäßigen Spurhalte- und Notbrems-Assistenten gesellen sich danach ein autonomer Stau-Assistent, adaptiver Geschwindigkeits- und Abstands-Assistent sowie 360° Rundumsicht beim Einparken. Anschließend fährt der Juke teilautonom im Stau und hält automatisch den Abstand zum Vordermann und die eigene Spur. Das System funktioniert für diese Preisklasse ordentlich und erleichtert die Fahrt auf langen Strecken.

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Voll-LED-Scheinwerfer sind ohne Aufpreis         Foto: Nissan/Christian Colmenero Martín

Das Winterpaket für 341,18 Euro beinhaltet noch eine Sitzheizung vorne und beheizbare Frontscheibe. Die Rückfahrkamera, Parksensoren hinten, Voll-LED-Scheinwerfer, Verkehrszeichenerkennung, Klimaautomatik und Ambientenbeleuchtung sind bereits in der Ausstattungsvariante N-Connecta inkludiert.

Der Grundpreis liegt in der Ausstattungslinie Visia bei 18.998,66 Euro und lag in der getesteten Variante N-Connecta mit Automatikgetriebe bei 24.554,96 Euro.

❏ Motor

Bei der Motorenauswahl gibt es keine Schwierigkeiten. Nissan stellt nur eine Option bereit und verbaut einen Dreizylinder-Turbobenziner mit 117 PS und einem Liter Hubraum. Die 180 Nm bewegen den Juke ordentlich durch den Verkehr und der Verbrauch bewegt sich zwischen 5 bis 6 Liter (innerorts 5,9 Liter/100 km, außerorts 4,1 Liter/100 km, gesamt 4,8 Liter/100 km).

Nissan Juke Foto: Nissan/Christian Colmenero Martín
Nissan Juke Foto: Nissan/Christian Colmenero Martín

Das Siebengang-Doppelkupplungsgetriebe harmoniert mit dem 1,2 Tonnen Cross-SUV, benötigt beim Anfahren aber die bauarttypische Gedenksekunde. Dem agilen Fahrverhalten tut dies keinen Abbruch. Der Nissan hat eine präzise Lenkung und isoliert die Insassen akustisch nicht komplett von der Fahrbahn – bei Bedarf kann per Fahrmodus-Schalter zwischen Komfort und Sport gewechselt werden. In 11,1 Sekunden geht es auf Tempo 100 und bei 180 km/h geht dem Nissan Juke die Puste aus.

❏ Fazit – Nissan Juke

War der erste Juke ein polarisierendes Crossover-SUV für Individualisten, ermöglicht die zweite Generation die Mitnahme vom Nachwuchs und ist ein wenig erwachsener geworden. Der längere Radstand tut dem Fahrverhalten gut und Nissan positioniert den Juke weiterhin preislich attraktiv ab 18.998,66 Euro. Gleichwohl ist der Auftritt eigenständig geblieben.

Der Testwagen wurde von Nissan zur Verfügung gestellt.

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