Fiat Tipo 1.4 Sport Foto: F. Moritz
Fiat Tipo 1.4 Sport Foto: F. Moritz

Gut und günstig: Fiat Tipo Sport 1.4 T-Jet

Das Pkw-Portfolio von Fiat beschränkt sich aktuell nur noch auf drei Modelle. Neben dem erfolgreichen Fiat 500 und dem Kleinwagen Panda geht der kompakte Tipo auf Kundenfang. Die erste Tipo-Generation kam 1988 als Steilheckvariante auf den Markt und ein Jahr später wurde der Italiener zum “Auto des Jahres” in Europa gewählt. Lange her.

Jetzt also der zweite Versuch mit einer großen Auswahl an Modellvarianten die Kunden zu überzeugen. Zum Test hatte ich den Fiat Tipo 5-Türer in der höchsten Ausstattungslinie “Sport” mit einem 120 PS-Benzinmotor und manueller Sechsgangschaltung zur Verfügung. Zusammengebaut wird der Italiener in der Türkei.

❏ Karosserie – Fiat Tipo Sport 1.4

Fiat Tipo 1.4 Sport Foto: F. Moritz
Fiat Tipo 5-Türer Sport 1.4 T-Jet       Foto: F. Moritz

In drei Karosserieformen steht der Fiat Tipo bei den Händlern. Als Limousine, Kombi und in der getesteten 5-türigen Version. Den günstigsten Tipo gibt es als Limousine ab 15.100 Euro. So günstig war der Testwagen nicht. Mindestens 22.167 Euro sind für das Topmodell “Sport” aufzubringen. Dazu gibt es noch vier weitere Varianten für den 5-Türer: Street, Mirror, Lounge und Business.

Von den Abmessungen her passt der kompakte Fiat Tipo gut in den heutigen Straßenverkehr. 4,37 Meter zieht er sich in die Länge, 1,79 Meter geht es in die Breite und 1,49 in die Höhe. Mit seinem Wendekreis von 10,9 Metern lässt er sich unkompliziert in Parkhäusern und engen Straßen bewegen.

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Abfallende Fensterlinie ab der B-Säule      Foto: F. Moritz

Zwei Metallic-, drei Uni-, eine Matt- und vier Bicolore-Lackierungen stehen zur Auswahl. Der Testwagen war in Metropolitano Grau (575 Euro) eingehüllt. Im Zusammenspiel mit den schwarz-glänzenden Details (Türgriffe, Außenspiegel, Schweller, Diffusor, Kühlergrill, Spoilerlippe) hat Fiat ein Karosseriedesign mit schlichter Eleganz auf die Räder gestellt.

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Serie: 18-Zoll-Alus mit Diamantfinish        Foto: F. Moritz

Auch die serienmäßigen 18-Zoll-Leichtmetallfelgen mit Diamantfinish verfehlen nicht ihre optische Wirkung. Die Dach- und Fensterflächen fallen kuppelartig Richtung C-Säule ab. Verdunkelte Seitenfenster sind ab der B-Säule serienmäßig beim Fiat Tipo Sport.

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Fiat Tipo 1.4 Sport immer mit Bi-Xenon-Scheinwerfer      Foto: F. Moritz

Die Bi-Xenon-Scheinwerfer und das LED-Tagfahrlicht hat der Fiat Tipo Sport immer serienmäßig. Die Motorhaube ist leicht konturiert und das Fiat-Logo prangt mittig auf dem schmalen Kühlergrill. Für mich unverständlich, warum man den Tankdeckel noch öffnen kann, wenn alle Türen verriegelt sind.

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Rückleuchten im Bummerang-Stil       Foto: F. Moritz

Der in den Stoßfänger integrierte Diffusor und der in Wagenfarbe gehaltene Dachspoiler setzen die sportlichen Akzente am Heck. Mir gefiel auch, dass Fiat auf Fake-Auspuffblenden verzichtet. Die Stummelantenne auf dem Dach ist Geschmackssache.

Anders als beim Fiat 500 wird das Karosseriedesign vom Tipo Sport den Leute auf der Straße nicht massenweise den Kopf verdrehen. Langweilig oder billig sieht der kompakte Italiener aber auf keinen Fall aus.

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Der Fiat Tipo 1.4 Sport hat eine 77 Zentimeter hohe Ladekante        Foto: F. Moritz

In den Kofferraum passen 440 Liter Gepäck. Wird mehr Platz benötigt, können die Rücksitzlehnen von innen entriegelt und umgeklappt werden. Leider entsteht dann aber auch eine Stufe. Das Gepäck muss über eine 77 Zentimeter hohe Ladekante gehievt werden. Anschließend geht es 22 Zentimeter nach unten Richtung Kofferraumboden. Nicht gerade optimal. 425 Kilogramm beträgt die maximale Zuladung. Mit Anhängerkupplung kann der Fiat Tipo Sport gebremst 1,5 Tonnen an den Haken nehmen.

❏ Innen

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Ausreichend Platz für zwei Erwachsene im Fond       Foto: F. Moritz

Fangen wir auf der Rückbank an, die sich nicht verschieben lässt. Zwei Erwachsene haben hier ausreichend Platz. Bei drei Personen ist enger Körperkontakt garantiert. Außer elektrischen Fensterhebern, einer Mittelarmlehne und Ablagetaschen an den Vordersitzen gibt es nicht viel im Fond zu entdecken. USB-Anschluss, 12-Volt-Buchse oder Klimaregelung wurden hinten komplett eingespart.

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Geschwungener Armaturenträger im Fiat Tipo 1.4 Sport        Foto: F. Moritz

Mehr Vergnügen bereitet es auf den vorderen Plätzen zu sitzen. Die schwarzen Stoff-Leder-Sitze lassen sich manuell verstellen (Lordosenstütze ist elektrisch) und bieten ordentlichen Sitzkomfort. Schwarz ist übrigens die dominierende Farbe im gesamten Innenraum. Fahrer und Beifahrer schauen auf einen geschwungenen Armaturenträger mit übersichtlichen Bedienelementen.

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Bedienelemente links neben dem Lenkrad         Foto: F. Moritz
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Die Anzeigen hinterm Lederlenkrad lassen sich gut ablesen       Foto: F. Moritz

Das beim Fiat Tipo Sport eng kalkuliert wurde, sieht man beim Interieur. Überwiegend wurde hier Hartplastik verwendet. Drehzahlmesser und Geschwindigkeitsanzeige haben analoge rote Zeiger. Dazwischen ein Mäusekino mit diversen Informationen für den Fahrer.

Einen Handbremshebel und eine Einzonen-Klimaautomatik mit Drehreglern wie im Tipo sieht man auch nicht mehr oft in modernen Autos. Praktisch sind das geräumige Handschuhfach und diverse Ablagemöglichkeiten in der Mittelkonsole und den Türen.

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Es gibt ihn noch: Klassischer Handbremshebel im Fiat Tipo 1.4 Sport           Foto: F. Moritz

Das Lederlenkrad ist reichlich mit Knöpfen bestückt (Vorder- und Rückseite), lässt sich horizontal und vertikal verstellen und liegt gut in der Hand. Auf dem leicht unterschäumten Armaturenträger thront ein kontrastreicher Sieben-Zoll-Touchscreen mit zwei Drehreglern. Sehr gut! Steht man im Stau und hat Zeit, lassen sich die vielen Untermenüs prima ausprobieren. Apple CarPlay und Android Auto sind über USB-Kabel vom Handy abrufbar.

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Der 7-Zoll-Uconnec Touchscreen ist serienmäßig          Foto: F. Moritz

Auch wenn die Materialien nicht hochwertig sind, so ist die Verarbeitung beim Fiat Tipo Sport tadellos. Und wer auf digital bestückte Armaturenträger wie zum Beispiel im VW Golf VIII verzichten kann oder will, der wird mit diesem Auto glücklich.

❏ Motor und Fahrverhalten

Die Antriebe im Fiat Tipo Sport leisten 95 oder 120 PS (Benzin und Diesel). Der Testwagen war mit dem stärkeren Vierzylinder-Benzinmotor ausgestattet. Der Name “Sport” in der Typ-Bezeichnung ist allerdings irreführend. Der 120 PS-Motor bringt maximal 215 Newtonmeter Drehmoment an die Kurbelwelle. Das reicht für eine Höchstgeschwindigkeit von 200 km/h und den Sprint von 0 auf 100 km/h in 10,1 Sekunden (Werksangaben).

Für die Fahrt mit dem 1,35 Tonnen schweren Italiener in den Urlaub oder die tägliche Tour von A nach B ist die Motorleistung völlig ausreichend. Die linke Fahrspur auf der Autobahn wurde nicht für den Fiat Tipo Sport gebaut. Wie er auch kein Handlingtalent ist. Zügige Fahrten über Landstraßen liegen ihm mehr. Die Innengeräusche bleiben für die Insassen lange moderat.

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Die 120 PS bringen einen von A nach B. Nicht mehr und nicht weniger       Foto: F. Moritz

Der Frontantrieb war beim Testwagen mit einem manuellen Sechsgang-Getriebe kombiniert. Der Schalthebel gleitete leicht und präzise durch die Gassen. Der Fahrkomfort ist von der strafferen Sorte, ohne jedoch Stammgast beim Orthopäden zu werden. Bei der leichtgängigen Lenkung (City-Mode) vermisst man ein wenig die Präzision.

Auf der Testfahrt zeigte die Anzeige im Durchschnitt 8,4 Liter Super an. Der Fiat Tipo Sport 1.4 hat die Abgasnorm 6D-Temp und pustet 163 Gramm CO2 durch den Auspuff.

❏ Fazit – Fiat Tipo Sport 1.4

Der Fiat Tipo Sport 1.4 ist ein solides Auto mit einer knackigen Optik und ordentlich Platz. Im Innenraum gibt es keine Premiummaterialien und -ausstattung, aber für das Gebotene ist der Grundpreis von 22.167 Euro (Testwagenpreis 25.208,07 Euro) mehr als fair.

Die Motorleistung passt zum kompakten Italiener und reicht für die meisten Touren völlig aus. Ein Sportler ist er aber nicht. Fiat gewährt für den Tipo Sport 1.4 vier Jahre Garantie bei begrenzter Laufleistung.

Der Testwagen wurde von Fiat zur Verfügung gestellt.

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