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Fiat 124 Spider LUSSO 1.4 MultiAir mit 140 PS

Lange mussten die Fans vom Fiat Spider auf einen Nachfolger der 1. Generation warten. Von 1966 bis 1985 bauten die Italiener knapp 200.000 Exemplare vom Spider. Gut 30 Jahre später wollte Fiat für die Entwicklungskosten eines neuen Roadsters nicht so tief in die Tasche greifen.

Die Lösung war ein Deal mit Mazda. Außer der Karosserie und den Motoren übernahm Fiat so gut wie alles andere vom Mazda MX-5. Entstanden ist ein italienisches Spaßmobil mit japanischen Wurzeln. Zum Test stand der Fritzguide-Redaktion ein Fiat 124 Spider LUSSO 1.4 MultiAir zur Verfügung.

❏ Fiat 124 Spider – Karosserie

Fiat 124 Spider LUSSO      Foto: F. Moritz

Italienisches Design fasziniert immer wieder. Ein gelungenes Beispiel dafür ist der Fiat 124 Spider. Mit stilvollen Akzenten und seinem ganz eigenen Flair ist er ein Verführer auf der Straße. Egal ob die Stoffmütze geschlossen oder geöffnet ist, der Spider gefällt mit seinen Proportionen. Gebaut wird der Fiat 124 Spider im japanischen Hiroshima.

LED-Scheinwerfer gibt es nur im Sicht-Paket für 1.500 Euro      Foto: F. Moritz

Eine langgezogene Motorhaube und ein kurzes, knackiges Heck – fertig ist ein schöner Roadster. Und dann sind da noch solche Feinheiten wie zwei markante Dome auf der Motorhaube oder auch die ringförmigen Heckleuchten. Die Leuchten verlaufen um eine mittig platzierte Kunststofffläche, welche in Wagenfarbe lackiert ist. Der Fiat 124 Spider ist 4,05 Meter lang, 1,74 Meter breit und 1,23 Meter hoch. Der Radstand beträgt 2,31 Meter.

Heckansicht vom Fiat 124 Spider LUSSO       Foto: F. Moritz

Für den Roadster stehen acht Karosseriefarben zur Verfügung. Der Testwagen hatte die 1.300 Euro teure Dreischichtlackierung “Ghiaccio Weiß”. Das Leergewicht (mit Fahrer) des Roadsters beträgt 1.125 Kilogramm und 1.315 Kilogramm ist sein Höchstgewicht – Die Zuladung ist nicht gerade üppig.

Heckklappe öffnet per Fernbedienung oder Taster – nicht von innen     Foto: F. Moritz

Die Ladekantenhöhe beträgt beim Spider 82 Zentimeter, bevor es wieder 39 Zentimeter hinunter Richtung Kofferraumboden geht. Das Kofferraumvolumen des Fiat 124 Spiders beträgt 140 Liter. Zum Vergleich: In einen Mazda MX-5 passen höchstens 130 Liter. Also Raumwunder sind beide Fahrzeuge nicht. Spiderfahrer müssen sich eben auf das Nötigste beschränken und der Fahrspaß steht sowieso im Vordergrund.

❏ Innenraum

Für den Fiat 124 Spider stehen die Ausstattungslinien LUSSO und S-Design zur Verfügung. Wie es sich für einen richtigen Roadster gehört, plumpst man beim Einsteigen richtig tief in den Sitz und fühlt sich knapp über der Fahrbahn aufgehoben. Mit offenem Dach ist der Aufenthalt in dem enggeschnittenen Spider angenehmer, als mit geschlossener Stoffmütze. Die körpernahen Raumverhältnisse merken besonders kräftig gebaute Zeitgenossen deutlich.

Ledersitze sind im Fiat 124 Spider LUSSO serienmäßig        Foto: F. Moritz

Die verwendeten Innenraummaterialien hatten beim Testwagen keinen Premiumanspruch, waren aber in der Summe passend für diesen Roadster. Und die Verarbeitungsqualität fand ich recht ordentlich. Hat man seinen Platz gefunden, geht es an die Einstellung des Multifunktionslenkrads. Horizontale Einstellung – negativ.

Hinterm Lenkrad schaut der Fahrer auf drei Rundinstrumente: Links (digital) Tankinhalt, Kühlmittelanzeige und Fahrzeuginformationen, in der Mitte ein analoger Drehzahlmesser (Porsche lässt grüßen!) und rechts der analoge Tachometer.

Die runden Lüftungsdüsen und der Touchscreen auf dem Armaturenbrett liegen gut im Sichtfeld des Fahrers. Eine Besonderheit hat die Kühlmittelanzeige. Sie leuchtet am Anfang blau auf, weil der Temperaturbereich erst bei 90 Grad Celsius beginnt. Ist die Temperatur erreicht, erlischt die Kontrolllampe.

Alle Schalter sind im Fiat 124 Spider übersichtlich platziert        Foto: F. Moritz

Der Dreh-Drück-Steller nebst einigen Funktionstasten, die Klimaeinheit (drei Drehregler), zwei USB-Anschlüsse und diverse andere Schalter befinden sich auf der Mittelkonsole. Der Handbremshebel liegt auf der Beifahrerseite. Und zentral auf der Mittelkonsole sitzt der kurze, griffige Schalthebel. Alles ist sehr gut für den Fahrer zu erreichen und bis auf das etwas umständliche Menü des Navisystems leicht verständlich.

Es gibt drei Ablagefächer im Fiat 124 Spider. Fürs Handy vor dem Schalthebel, unter der Armauflage ein sehr kleines und zwischen den Rückenlehnen ein größeres, verschließbares Fach für Warmweste und die Bedienungsanleitung.

Bei den Assistenzsystemen ist der Fiat 124 Spider nicht gerade üppig ausgestattet. Zum Beispiel gibt es kein Start-Stopp-System, kein Totwinkelwarner und keine Verkehrszeichenanzeige.

❏ Das Stoffverdeck

Das Stoffverdeck lässt sich nur manuell bedienen. Es ist aber kinderleicht zu handhaben und je nach Begabung des Fahrers benötigt er dafür zwischen 3 und 5 Sekunden. Schneller geht es in keinem Cabrio mit elektrischem Dach.

❏ Motor + Fahrleistung

Fiat hat dem Spider einen Turbomotor eingepflanzt (der MX-5 hat einen Saugmotor), der prima zum sportlichen Charakter des Roadsters passt. Der Reihenvierzylinder leistet 140 PS und setzt sein maximales Drehmoment von 240 Newtonmetern bei 2.250 U/min ein. Natürlich hat die Power dieses Motors mit dem 1,1 Tonnen schweren Italiener keine Probleme. Gestartet wird per Startknopf. Die sechs Gänge lassen sich mechanisch-präzise durch die Schaltgasse drücken.

Der Fiat 124 Spider hat einen 1,4-Liter-Turbomotor       Foto: F. Moritz

Die Beschleunigung von 0 auf 100 km/h dauert laut Hersteller 7,5 Sekunden und 217 km/h beträgt die Höchstgeschwindigkeit. Den Zwischenspurt von 60 auf 100 km/h absolviert der Spider in weniger als 5 Sekunden (2. und 3. Gang). Auch die Elastizitätswerte fallen dank der 240 Newtonmeter sehr gut aus. Was die Zahlen nicht wiedergeben können, wieviel Bums dahintersteckt und wieviel Spaß der Fiat 124 Spider macht. Locker dreht er über 6.000 U/min und hängt jederzeit gierig am Gas. Leichte Motorvibrationen nimmt man aber am Schalthebel wahr.

Das es bei höheren Geschwindigkeiten auch mit geschlossenem Dach für die Insassen laut wird, muss man mögen. Das kleine Windschott kann bei geöffnetem Dach auch nicht verhindern, dass die Frisuren des Fahrers und Beifahrers leiden. Der Spider federt noch komfortabel und lehnt sich in schnellen Kurven etwas nach außen.

Fiat 124 Spider LUSSO         Foto: F. Moritz

Seine elektrische Lenkung arbeitet schön direkt und liefert dem Fahrer viel Rückmeldung. Der Wendekreis von 9,4 Metern macht ihn auch in der Stadt zu einem handlichen Fahrzeug. Die Bremsen lassen sich gut dosieren. Nur den Bremsweg empfand ich subjektiv als zu lang. Serienmäßig sind 17-Zoll-Alus montiert.

Der Tankinhalt beträgt beim Fiat 124 Spider 45 Liter. Bei unserem Test verbrauchte der Italiener 7,9 Liter und würde so theoretisch auf eine Reichweite von rund 600 Kilometern kommen.

❏ Fiat 124 Spider – Fazit

Der Fiat 124 Spider ist ein ehrliches Auto. Für viele Menschen ist er eher unpraktisch. Aber das weiß man ja vorher. Sein Revier ist eher die Landstraße als die Autobahn und er animiert auch nicht sonderlich zum Rasen. Spaß haben und genießen ist sein Motto. Die Schwächen bei den Assistenzsystemen und den kleinen Laderaum verzeiht man dem Italiener gerne. Der Fiat 124 Spider in der Ausstattung LUSSO kostet ab 26.990 Euro.

Der Testwagen wurde von Fiat zur Verfügung gestellt.

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