Ruedesheim
Blick auf Rüdesheim am Rhein mit der Ruinenburg Ehrenfels im Vordergrund

Die 15 besten Sehenswürdigkeiten in Rüdesheim am Rhein

Das kleine Stadt Rüdesheim am Rhein liegt im oberen Rheintal im Bundesland Hessen und steckt voller Sehenswürdigkeiten. Die Weinstadt ist von einer einzigartigen Fluss- und Kulturlandschaft und von hohen Rieslingweinbergen umgeben, die Rüdesheim zu einer der schönsten Städte in Deutschland machen. Die tiefen Schluchten dieser Berglandschaft werden von dem mit Inseln übersäten Rhein durchschnitten. Und die Ufer sind von mittelalterlichen Burgen bewacht, die seit 2020 zum UNESCO-Weltkulturerbe im oberen Mittelrheintal gehören.

Nicht nur die mittelterliche Altstadt mit dem Adlerturm ist eine Touristen-Attraktion. Die urige Drosselgasse von Rüdesheim ist bis weit über die Landesgrenzen von Deutschland bekannt. Rund drei Millionen Besucher schlendern jedes Jahr durch das 144 Meter lange und nur zwei Meter breite Sträßchen, in dem sich historische Weinlokale wie an einer Perlenkette aneinander reihen. Vor allem bei Touristen aus Asien, den USA oder England sehr beliebt, ist die Drosselgasse nach dem Köllner Dom auf Platz zwei der beliebtesten Sehenswürdigkeiten in Deutschland.

Insbesondere der Teil des Rheins zwischen Rüdesheim und Lorelei hat seit langem einen besonderen Platz in den deutschen Herzen. Denn nach dem Sieg im Deutsch-Französischen Krieg im Jahre 1871 wurde der Fluß zum Symbol der Deutschen Einheit. Besucher können durch Weinreben und Buchenwälder zum Niederwalddenkmal steigen oder mit der Kabinenseilbahn hinauf schweben. Ob nun auf Schusters Rappen oder mit der Seilbahn, der Aufstieg wird mit einem unvergesslichen Blick auf den Rheingau belohnt.

1. Niederwald Denkmal

Niederwalddenkmal in Rüdesheim erinnert an die Deutsche Einheit 1871
Niederwalddenkmal in Rüdesheim erinnert an die Deutsche Einheit 1871

Oberhalb der Stadt über den Weinhängen der Rüdesheimer Höhen befindet sich das Niederwalddenkmal. Das Ehrenmal auf dem gleichnamigen Berges soll an die Einigung Deutschlands nach dem französisch-preußischen Krieg im Jahr 1871 erinnern.

Nach mehr als zehnjähriger Bauzeit wurde das Denkmal 1883 mit einer gigantischen Feier enthüllt . Hoch auf einem Sockel und weithin sichtbar thront die allegorische Figur der Germania, mit der heiligen römischen Krone in ihrer rechten und das kaiserliche Schwert in ihrer linken Hand.

Die Strophen der Hymne „Wacht am Rhein“ sind am Fuße des Niederwalddenkmals eingemeißelt

Darunter befindet sich über einer Zwillingstreppe ein Relief, das Kaiser Wilhelm I. hoch zu Ross zusammen mit Militärführern, Soldaten und Adligen zeigt. Weiter unten sind die Strophen der „Wacht am Rhein“ eingemeißelt. Die Hymne spielte damals eine besondere patriotische Rolle und wurde von den Soldaten gesungen, als sie gegen Frankreich in den Krieg zogen.

2. Kabinenseilbahn zum Niederwald-Denkmal

Die Kabinenseilbahn fährt von der Rüdesheimer Altstadt hinauf zum Niederwald-Denkmal
Die Kabinenseilbahn fährt von der Rüdesheimer Altstadt hinauf zum Niederwald-Denkmal

Wie schon erwähnt kann man zum Niederwald-Denkmal wandern. Doch der weitaus einfachere Weg zu dem Monument führt mit der Seilbahn von der Oberstraße über die Altstadt von Rüdesheim hinweg über die  Weinberge.

Von den Zweisitzer-Gondeln unter freiem Himmel hat man einen traumhaften Blick über den Rheingau, den man nicht so schnell vergessen wird. Im Sommer werden auch Nachtfahrten angeboten. Dann spiegelt sich der Mond im Rhein. Und oben angekommen kann man in einem Restaurant auf die nächste Talfahrt warten, natürlich bei einem Glas Riesling oder Federweißer.

3. Siegfrieds Mechanisches Musikkabinett

Siegfrieds Mechanisches Musikkabinett – Foto: Andrew Whitman Flickr

Seit dem 17. Jahrhundert wurden in Leipzig und der Schweiz automatische Musikinstrumente hergestellt. In ersten Hälfte des 19. Jahrhunderts entwickelte sich der Schwarzwald zum Zentrum der Produktion von Flötenuhren und Drehorgeln.

Rund 350 dieser selbstspielenden Musikinstrumente können in Siegfrieds Mechanischem Musikkabinett bewundert werden. Diese Meisterstücke der Handwerkskunst stammen aus dem 18. bis 20. Jahrhundert und reichen von Spieluhren über Orgeln auf Rädern bis hin zu einem kleinen Orchester mit 15 Instrumenten.

Ob manuell bedient, mit einem Schlüssel aufgezogen oder elektrisch angetrieben, die Komplexität dieser Instrumente bringt jeden Besucher zum Staunen. Zudem wird die Herstellung von Orgelpfeifen sowie ihrer einzelnen Komponenten wie Musikrollen, Lochscheiben und Noten auf Karton gezeigt.

4. Die Drosselgasse

Die Drosselgasse ist eine der schönsten Sehenswürdigkeiten in Rüdesheim
Die Drosselgasse ist eine der schönsten Sehenswürdigkeiten in Rüdesheim

Die Drosselgasse ist eine von sechs Straßen, die von der Rheinuferpromenade bis zur Oberstraße hinauf führen. Die Kopfstein gepflasterte Fußgänger-Straße ist tatsächlich sehr schmal. Kaum zu glauben, dass sich jedes Jahr rund 3 Millionen Touristen durch das nur 2 Meter breite Gässchen schieben.

Besonders beliebt bei Besuchern aus Asien, England und den USA, ist die Drosselgasse nach dem Kölner Dom die best besuchte Sehenswürdigkeit in Deutschland. Denn die malerische Straße ist gesäumt von Fachwerkhäusern, in denen Souvenirläden, handwerkliche Fachgeschäfte, Weinstuben und Bierlokale untergebracht sind. In den urigen mit Weinreben geschmückten Lokalen kann man den leckeren Rüdesheimer Riesling, mit Asbach flambierten Kaffee und vor allem Federweißer kosten.

Am Ende der 144 Meter langen Straße findet man in der Oberstraße weitere Sehenswürdigkeiten wie  den Brömserhof, Siegfrieds Technisches Musikkabinett oder das Foltermuseum.

5. Die Abtei St. Hildegard in Eibingen bei Rüdesheim

Von Petra KlawikowskiEigenes Werk, CC BY-SA 3.0, Link

Die Abtei Eibingen gehört zum UNESCO-Weltkulturerbe des Oberen Mittelrheintals. Das Kloster wurde 1165 von Hildegard von Bingen gegründet und wird immer noch von Benediktinerinnen bewohnt.

Hildegard von Bingen war nicht nur Gründerin, sondern auf die erste Äbtissin der Gemeinschaft. Sie war ein echtes Multitalent als Schriftstellerin, Komponistin, Philosophin und Naturwissenschaftlerin.

Ihre Geschichte wird in den Fresken der Abteikirche dokumentiert, die Künstlermönchen der Beuroner Kunstschule im 19. Jahrhundert gemalt wurden.

Ihren Lebensunterhalt bestreiten die Nonnen mit den Erlösen eines Weinbergs. Den Wein verkaufen sie zusammen mit anderen handwerklichen Gegenständen, die in der Abtei hergestellt werden.

Neben den Kunstwerkstätten gibt es auch ein Gästehaus, in dem Wallfahrer und Pilger betreut werden.

6. Brömserburg

Von Alexander HoernigkEigenes Werk, CC BY-SA 3.0, Link

Die Brömserburg wurde vermutlich auf den Grundmauern eines eines römischen Kastells erbaut. Untersuchungen belegen jedoch, dass Teile der Burg aus dem 11. und 12. Jahrhundert stammen.  Wahrscheinlich ist das altertümliche Bauwerk das erste der vielen Hochburgen, die heute zum Weltkulturerbe des Oberen Mittelrheins gehören.

Im 13. Jahrhundert befand sich die Burg in den Händen des Geschlecht der Brömser. Später wechselten die Besitzer bis die Stadt Rüdesheim nach dem Zweiten Weltkrieg das Anwesen kaufte.

Abgesehen davon, dass der Südostflügel der Burg durch einen Angriff des Herzogs von Longueville im Dreißigjährigen Krieg 1640 zerstört wurde, ist das Bauwerk relativ gut erhalten.

In seinem Inneren befand sich das Rheingauer Weinmuseum, dass die Geschichte der Wein-Produktion in der Rheinschlucht dokumnetiert. Leider wurde das Museum 2017 geschlossen, und die Räumlichkeiten an ein Bürgerkonsortium verpachtet. Noch sind die historischen Mauern Baustelle, man kann aber den Burggarten besichtigen.

7. Asbach Besucher Center

Der Asbach Uralt wird traditionsgemäß in Rüdesheim gebrannt
Der Asbach Uralt wird traditionsgemäß in Rüdesheim gebrannt

In Rüdesheim am romantischen Rhein ist auch der Asbach Uralt zu Hause. Hier gründete Hugo Asbach im Jahr 1892 sein Unternehmen, nachdem er in Frankreich die Herstellung des Cognacs erlernt hatte. Der Weinbrand des Destillateurs war so schmackhaft, dass er als deutsche Spezialität aus Rüdesheim am Rhein berühmt wurde. Zuerst war der Weinbrand als „Rüdesheimer Cognac“ bekannt. Später erfand Asbach das deutsche Wort „Weinbrand“, nachdem „Cognac“ nur für französische Produkte verwendet werden durfte.

Das Besucherzentrum in Rüdesheim zeigt einen Film über das Unternehmen Asbach. Für Besucher werden auch Führungen durch die Brennerei angeboten. Dabei kann man die jahrhundertealten Stills und Gärbehälter  besichtigen und gegen eine geringe Gebühr etwas Weinbrand probieren.

Assmannshausen

8. Assmannshausen Sessellift

Der Assmannshausen Sessellift – Foto: Fritz Geller-Grimm – Own work, CC BY-SA 2.5, Link

Das einstige Dorf Assmannshausen liegt nur ein paar Kilometer Flußaufwärts und wurde 1977 unter Rüdesheimer Verwaltung gestellt und eingemeindet. Das berühmte Niederwalddenkmal liegt genau auf halbem Wege zwischen Rüdesheim und Assmannshausen.

Von hier fährt die Niederwald-Seilbahn zum Jagdschloss Niederwald,  das heute an ein Wildreservat grenzt. Auf dem Weg nach oben hat man einen herrlichen Blick auf das rechte Rheinufer und das angrenzende Rheintal.

Hier führt aber auch ein beliebter Rundwanderweg entlang. Eine beliebet Tour ist von Assmannshausen durch den Wald zum Niederwalddenkmal und zurück nach Rüdesheim.

Fahrpreise
Einfache Fahrt 6 Euro
Hin- und Rückfahrt 9 Euro

März-April:
Montag – Freitag: 10:00 – 17:00 Uhr
Samstag – Sonntag 10.00 – 17:30 Uhr

Mai – September:
Montag – Freitag 10.00 – 17.30 Uhr
Samstag – Sonntag 10.00 – 18:00 Uhr

seilbahn-assmannshausen.de

9. Klunkhardshof

Der Klunkhardshof ist eines der schönsten Fachwerkhäuser in Rüdesheim
Der Klunkhardshof ist eines der schönsten Fachwerkhäuser in Rüdesheim– Foto von BrühlEigenes Werk, Gemeinfrei, Link

In der Nähe des Marktplatzes befindet sich eines der ältesten und fotogensten Fachwerkhäuser der Stadt. Der Klunkhardshof liegt in der gleichnamigen Straße, einem Seitenarm der Marktstraße.

Das altertümliche Bauwerk wurde Mitte des 15. Jahrhunderts für die Kaufmannsfamilie Klunkhard erbaut. Seit 1906 befindet sich das Haus im Besitz der Familie Driest, die das überputzte Fachwerk im wieder freilegte und die ursprüngliche Frontansicht wieder herstellte.

Von vielen Touristen einfach übersehen, ist das dreistöckige Haus eine beliebte Station bei Stadtführungen. Seine historische Fassade ist ein beliebtes Fotomotiv.

10. Burg Ehrenfels

Die Burg Ehrenfels ist eine alte Ruine am Rüdesheimer Weinbergspfad
Die Burg Ehrenfels ist eine alte Ruine am Rüdesheimer Weinbergspfad

Wer auf dem Weinbergspfad von Rüdesheim Assmannhausen wandert kommt unweigerlich an einer mittelalterlichen Burgruine vorbei. Die Burg Ehrenfels sieht vom weiten aus, als wenn sie an dem  steilen Hang eines Weinberges angeklebt wäre.

Fürher als Zollstation und Bollwerk gegen die feindlichen Pfalzgrafen des Rheins  errichtet reichen die  Ursprünge des Gebäudes reichen bis ins Mittelalter zurück.

Die Burg wurde im Dreißigjährigen Krieg stark beschädigt und Ende des 17. Jahrhunderts im Neunjährigen Krieg von den Franzosen teilweise abgerissen. Seitdem stehen nur noch seine Grundmauern, nur beiden 30 Meter hohen Türme sind noch relativ gut erhalten.

11. Die Weinberge von Rüdesheim

Schon die Römer erkannten vor 1900 Jahren die ausgezeichneten Bedingungen für den Weinanbau im Rheintal. An dieser Stelle ist der Rhein besonders breit und reflektiert das Sonnenlicht auf die Südhänge. Somit werden die Rieslingreben von mehr als 1.640 Sonnenstunden im Jahr genährt.

Zudem ist der Boden auf diesem 38 Kilometer langen Rheinabschnitt unglaublich vielfältig. Mineralien wie  Schiefer, Sandstein, Quarzit und erzeugen an jedem Weinberg unterschiedliche Geschmacksnuancen.

In Rüdesheim wird zumeist Riesling gekeltert, den man dann in den zahlreichen Kellern und Weinstuben der Stadt kosten kann. Ein Highlight ist das jährliche Weinfest Mitte August, wenn die Stadt zum Eldorado für Weinliebhaber wird.

12. Niederwaldtempel

Der Niederwaldtempel ist wohl der schönste Aussichtspunkt im Niederwald
Der Niederwaldtempel ist wohl der schönste Aussichtspunkt im Niederwald

Dieser klassische Tempel im englischen Landschaftspark gilt als einer der beste Aussichtspunkt im Niederwald.

Auch Johann Wolfgang von Goethe, der am 3. September 1814 von genau diesem Ort aus über die Rheinschlucht blickte war dieser Meinung. Seitdem wird der 1790 erbaute Tempel als Goethe-Tempel genannt.

Im Zweiten Weltkrieg wurde auch der Niederwaldtempel zerstört. Nach Kriegsende der Pavillion mit sieben dorischen Säulen um eine Rotunde wieder aufgebaut.

13. Die Glockenspiele in Rüdesheim am Rhein

Das Glockenspiel am Hotel Rüdesheimer Schloss in der Drosselgasse
Das Glockenspiel am Hotel Rüdesheimer Schloss in der Drosselgasse

Bei einem Rundgang durch Rüdesheim kommt man an zwei riesigen Glockenspielen vorbei. Als beliebte Attraktionen sind die beiden Glockenspiele in Rüdesheim jeden Tag von 9.30 – 22.00 Uhr zu bewundern.

In der Drosselgasse befinden sich an dem  Turm des Hotels Rüdesheimer Schloss 14 Glocken, die stündlich „Die Lorelei“ spielen. Darunter sind verschiedene Holzfiguren angebracht, die die vier großen Weinjahrgänge des 20. Jahrhunderts symbolisieren sollen.

Ein weiteres sehr schönes Glockenspiel befindet sich an der Fassade von Siegfrieds Mechanischem Musikkabinett. Diese Glocken aus Meissener Porzellanläuten erklingen ab 09:30 Uhr alle halbe Stunde.

14. Kreuzfahrten & Bootstouren‎ am Rhein

Beliebt bei Ausflüglern: Die Kreuzfahrten & Bootstouren‎ am Rhein – Foto: bingen-ruedesheimer.de

Im Sommer ist auf dem Rheingau Hochsaison für touristische Kreuzfahrten. Drei Unternehmen bieten dann ihre Touren an. Jede dieser Schifffahrtsgesellschaften unternimmt mindestens drei Abfahrten pro Tag. Das häufigste Ziel der Bootsfahrten ist die Lorelei, der legendäre Felsen 25 Kilometer den Rhein hinunter.

15. Rhein in Flammen

Rhein in Flammen hießt das alljährliche Feuerwerk über dem Rhein
Rhein in Flammen hießt das alljährliche Feuerwerk über dem Rhein

Seit inzwischen 5 Jahrzehnten feiert sich jedes Jahr am ersten Samstag im Juli die Bootsfahrt in verschiedenen Städten mit einem Feuerwerk über dem Rhein. Im Raum Rüdesheim startet ein nächtliche Konvoi mit 50 Kreuzfahrtschiffen in Niederheimbach und fährt rund 15 Kilometer flussabwärts an der Brömserburg vorbei.

Rhein in Flammen ist ein bewegendes Spektakel, bei dem verschiedene Feuerwerke den Nachthimmel erleuchten. Während dessen passieren die in verschiedenen Farben beleuchteten Boote die Burg Ehrenfels und die Weinberge von Assmannshausen. Zwischen dem ersten und dem letzten Feuerwerk liegen ungefähr 90 Minuten.

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