Audi RS Q3 – Höher sitzen im Sport-SUV

Laut Zulassungsstatistik hält der SUV-Boom seit Jahren unvermindert an und man kann fast darauf wetten, dass es auch in Zukunft so bleiben wird. Kein Wunder also, das die Autohersteller alles versuchen um sich möglichst ein großes Stück vom SUV-Kuchen zu sichern. Audi hat den Kompakt-SUV Q3 optisch und technisch verbessert. So soll er fit für seine zweite Lebenshälfte sein, bevor 2018 dann der komplett neue Audi Q3 in den Verkaufsräumen steht.

Zum Test stellte mir Audi das Spitzenmodell RS Q3 im Farbton „misanorot“ zur Verfügung. Die Ingolstädter verbauen in dem Power-SUV einen neuen 340-PS-Motor. Mit diesem Kraftwerk möchte Audi auch eine ganz bestimmte Käuferschicht ansprechen. Nein, nicht unbedingt die Generation „Jung und Dynamisch“, sondern mehr Menschen die sportlich unterwegs sein möchten, aber nicht auf eine erhöhte Sitzposition verzichten möchten. Noch wichtiger aber, sie sollten bereit sein für den gebotenen Spaß die Kreditkarte ordentlich glühen zu lassen.

❏ Karosserie

Ein paar mehr Akzente als bei der ersten Generation setzt die neue 4,41 Meter lange Q3-Karosserie. Sehr auffällig im Audi RS Q3-Frontbereich ist der hochglänzende schwarze Wabengrill. Er schließt sich bündig an die serienmäßigen LED-Scheinwerfer an. Und auch die Dachreling, Außenspiegel und die Fensterrahmen ziert dieser Farbton, der mit dem optionalen RS-Optikpaket für 550 Euro erhältlich ist.

Audi RS Q3

Ein hübsches Detail im unteren Teil des Frontspoilers ist der „Quattro“-Schriftzug in dem kleineren Wabengitter. Daneben sitzen links und rechts noch zwei große Lufteinlässe. Insgesamt macht die Frontpartie des Audi RS Q3 einen sportlichen Eindruck ohne übertrieben zu wirken. Auch ein Blick unter die Motorhaube ist lohnenswert, denn der rot lackierte Zylinderkopf sieht einfach cool aus. Von der Seite betrachtet fallen die 20-Zoll-Aluräder (serienmäßig sind es 19 Zoll) mit der RS-Bremsanlage ins Auge. Eine Besonderheit weisen die Bremsscheiben der Vorderräder auf. Um Gewicht zu sparen, wurden sie an der Kante wellig geformt.

Audi RS Q3

Das Heck misst in der Breite inklusive Außenspiegel 2,02 Meter und ist mit einem interessant designten Heckspoiler versehen. Im Diffusor verstecken sich unter einer verchromten Blende die beiden Auspuffendrohre. Das LED-Blinklicht verfehlt seine optische Wirkung nicht, denn anders als das bekannte An-Aus-Muster, baut sich der Lichtstrahl ähnlich dem Leuchtfeuer an der Landebahn eines Flughafens von innen nach außen auf. Für meinen Geschmack fällt das Heckdesign für den sportlichen Audi RS Q3 allerdings eine Spur zu brav aus. Zumindest weist der RS-Schriftzug auf die Motoren-Power hin.

❏ Innenraum + Ausstattung

Die Türen lassen sich weit und leicht öffnen und geben den Blick auf den Showroom frei. Auffällig sind sofort die mit Feinnappa-Leder bezogenen Sportsitze inklusive ansprechender Rautensteppung. Dazu ziert unter den Kopfstützen noch ein RS-Q3-Logo das Leder. Die elektrisch verstellbaren Sitze sind von der bequemen Sorte und bieten ausreichenden Seitenhalt. Außerdem hatten sie die von mir geschätzte Verlängerung für die Oberschenkelauflage. Durch die erhöhte Sitzposition ergibt sich eine gute Rundumsicht. Allerdings sollten zur Vermeidung von Schäden beim Einparken eine Rückfahrkamera oder Parkpiepser mitbestellt werden.

Audi RS Q3

Die Rundinstrumente mit roten Zeigern für Drehzahl, Temperatur, Geschwindigkeit und Tankinhalt liegen hinter dem abgeflachten, sehr handlichen Sportlenkrad. Und dann gibt es dazwischen noch ein Display für weitere Informationen. Die meisten Schalter und Knöpfe im Audi RS Q3 kennt man auch aus anderen Modellen der Ingolstädter. Alles ist typisch Audi sehr penibel verarbeitet und von einer hervorragenden Haptik. Das Interieur vom Testwagen sah richtig schick aus. Als Fahrer findet man sich schnell am Audi-Arbeitsplatz zurecht.

Audi RS Q3

Auch die Rücksitze sind im Audi RS Q3 komfortabel und ausreichend dimensioniert. Zwei Erwachsene finden hier auch für längere Touren bequem Platz und für eine dritte Person reicht es zumindest kurzzeitig.
Ablagefächer sind in den vier Türen, der Mittelarmlehne und auf der Mittelkonsole vorhanden. Die Gepäckraumklappe konnte beim Testwagen elektrisch geöffnet und geschlossen werden (kostet 490 Euro extra). Hinter der 77 Zentimeter hohen Ladekante war Platz für 356 Liter Gepäck und bei umgeklappten Rücklehnen erhöhte sich das Volumen auf 1261 Liter. 560 Kilogramm sind beim Audi RS Q3 an maximaler Zuladung möglich.

❏ Motor + Fahrleistung

Gestartet wird per Knopfdruck und dann ist der Fünfzylinder-Motor bereit, seine 340 Pferdchen auf Trab zu bringen. Passend zur Motor-Power hält die RS-Abgasanlage mit schaltbarer Klappe den richtigen Sound bereit. 450 Newtonmeter Drehmoment liegen beim Audi RS Q3 zwischen 1600 bis 5300 U/min an. Mit dem Drive-Select-Schalter wählt der Fahrer zwischen dem Sport-, Auto– oder Comfort-Modus aus. Ersterer bringt den Spaß auf die Straße, denn in diesem Setup wird das Fahrwerk straffer ausgelegt und die Schaltzeitpunkte der Siebengang-S-Tronic verkürzen sich spürbar.

Audi RS Q3

Ein Tritt aufs Gaspedal und der Audi RS Q3 rennt los, als wäre der Teufel persönlich hinter ihm her. In 4,8 Sekunden stürmt der SUV auf 100 km/h zu und dann geht es mühelos bis 250 km/h weiter. Dabei glänzt der Fünfzylinder-Motor mit seinem Drehmoment, das über ein sehr langes Drehzahlband zur Verfügung steht. Traktionsprobleme waren dank permanentem Allradantrieb auf der Testfahrt ein Fremdwort für den Audi RS Q3.

Audi RS Q3

In schnell gefahrenen Kurven neigte sich die Karosserie leicht Richtung Fahrbahnrand. Mit seinem höheren Karosserieschwerpunkt hat der sportliche Audi RS Q3 gegenüber einem „normalen“ Sportwagen da natürlich einen Nachteil. Für die Rennstrecke ist das Fahrwerk des Ingolstädter Power-SUVs eine Spur zu komfortabel ausgefallen. Dafür passt es prima zum bei Stadt- und Überlandtouren.
Für meinen Geschmack arbeitete die Lenkung präzise und nicht zu leichtgängig. Auch die Bremsanlage gab keinerlei Anlass zur Kritik. Mit dem Audi-Kampfgewicht von 1730 Kilogramm hatte sie keinerlei Probleme und verzögerte auf hohem Niveau. Trotz der Start-Stopp-Automatik kam ich auf einen Durchschnittswert laut Anzeige von 10,5 Litern.

❏ Fazit + Preis

Die Versicherungseinstufungen des Audi RS Q3 fallen im Verhältnis zur Motor-Leistung noch moderat aus – HPF 20/VK 24/TK 26. Der Grundpreis für einen Audi RS Q3 2.5 TFSI quattro mit der Siebengang-S-Tronic beträgt satte 56.600 Euro und mit einigen Extras kam der Testwagen auf 70.125 Euro. Aber das wird die anvisierte Zielgruppe wohl nicht weiter stören.

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